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Vertrauen ist gut

Kontrolle ist wählbar!

Über Versprechungen, Wahlzuckerln & Co – ein Express-Fakten-Check


Direkt auf den Punkt gebracht:

  • „Rechtzeitig“ (ein paar Tage) vor der Wahl 2023 wirkt die letztjährige KV-Erhöhung – die Abgeltung des Index 2022(!)
  • Bis zum Wahltag können die „Alles-ist-Gut“-Vibes (mit „Darüber-diskutiere-ich-nicht“-Beats) gebracht werden
  • Nach der Wahl wird der neue KV mit einer Indexzahl von ~9% verhandelt
  • Das wird schwierig, aber die nächste Wahl ist dann ja noch fern

Dafür, für alles was abseits von Wahlen abgeht, braucht es einen kritischen Blick, zumal mich viele Kolleginnen und Kollegen gefragt haben, wieso erst im Oktober die Inflationsanpassung für 2022 ausgezahlt wird. Das frage auch ich mich und vor allem frage ich das die PV-Verantwortlichen.

Die Fakten:

  • Beim KV-Abschluss 12/2022 gabs 7,3% (statt der geforderten 10,6%),
  • Und Einmalzahlungen (trotz anderslautender Betriebsversammlungs-Beschlüsse!)
  • Die Inflationsanpassung für 2022 sollte im Oktober 2023 erfolgen
  • Siehe unten: Das ist die Berechnungsbasis für Inflation und die Gehaltsverhandlungen

Die Inflationsdaten von Oktober 22 – September 23: Jahresdurchschnitt mind. 9,28%!

Inflationsdaten für die KV Verhandlungen Ende 2023

Offene Fragen:

  • Wird die reelle Inflation abgegolten: +9,28% ?
  • Oder wird irgendeine mystische Zahl auf den Tisch gelegt?
  • Zeigen die Chef-Verhandler diesmal Rückgrat – oder fallen sie wieder um???
  • Pochen sie auf den gerechten Anteil der Kolleg/innenschaft an den erwirtschafteten Gewinnen (zu Erinnerung: 635 Mio Euro 2022!)
  • Hinweis: die (Aktien) Eigentümer-Dividende wurde um 14% angehoben, beinahe 100% mehr als die „normalen“ Gehaltsabschlüsse
  • nicht zu reden von den fetten Prämien + Boni für das Top-Management
  • Wird die Kommunikation der Verhandlungsergebnisse endlich klar, prompt und vollständig geführt?

Das ist mein Anliegen, eh klar!

Euer

Martin

Ergebnis 2022

Was mir bei der Verkündung des Ergebnisses 2022 durch den Kopf gegangen ist –

 

Im Ernst jetzt?

 

635 Millionen Gewinn, erarbeitet von unseren MitarbeiterInnen

…aber kein Geld für einen klaren, fairen KV-Abschluss??

…und kein Interesse an einer Gewinnbeteiligung – außer für die, die es eh haben??

 

Zum Vergleich:

KV-Ergebnis für die Hackler:  + 7,3%

Dividende für (Aktien)Eigentümer: + 14,3%

Fette Boni für das Top Management: nicht viel unter +100% vermutlich!

 

Das verstehe, wer will – ICH nicht, und IHR genauso wenig!

 

Seit Jahren fordere ich einen Anteil am Unternehmenserfolg, für euch, die diesen Erfolg erarbeiten. Stattdessen gibt es – Jahr für Jahr – schamlose Lippenbekenntnisse („human@center“) und hohle Phrasen („Jetzt Wir“)!

 

Wirklich mehr wird nur UNSERE Arbeitsbelastung, durch

o   ständigen Personalabbau

o   undurchsichtige Automatisierungs-Phantasien

o   Abfluss von Kompetenz und Erfahrung, schlechte Nachwuchspflege

 

Meine Forderungen im  Klartext:

  • TRANSPARENZ: Wieviel genau wurde durch „operative Leistung“ erzielt und wieviel durch „finanzielle Leistung“ (wohl v.a. durch Personaleinsparung)
  • OFFENLEGUNG der Prämien + Boni
  • MITARBEITERBETEILIGUNG 500 € – JETZT, SOFORT!!!

Damit WIR – außer schönen Worten – endlich auch was davon haben!

 

Kein Faschingsscherz – „JETZT WIR“klich!

 

fordert Euer

Martin

PS: im Herbst bei den Gehaltsverhandlungen werden ihnen  wieder 1.000 Ausreden einfallen, warum es keine Reallohnerhöhung gibt!

Mehr Klarheit, bitte!

Ein mäßiger Gehaltsabschluss (und der nicht für alle!),

ein undurchschaubares Zahlenwirrwarr, entbehrliche Betriebsversammlungen, ungenügende Kommunikation.

Nein, so kann man es nicht machen, werte Verhandler*innen!

Wochenlange Streikvorbereitungen, emotionalisierte Betriebsversammlungen inkl. Warnstreik. Dann ein KV-Abschluss – ziemlich plötzlich. Das Ganze garniert mit undurchschaubaren Zahlen. Und schließlich ein glatter „Umfaller“: DOCH Einmalzahlungen, dafür wenig Nachhaltigkeit!

 Es geht um Nachvollziehbarkeit

Viel komplizierter geht’s nicht mehr, deshalb die wesentlichen Eckpunkte:

  • Ausgangspunkt: die rollierende (= auf 1 Jahr durchgerechnete) Inflation beträgt 6,89%
  • Aktive MitarbeiterInnen in Vollzeit erhalten für die ersten 3 Quartale 2023 pro Quartal jeweils 916,70 Euro netto/steuerfrei
  • Ab 1.Oktober 2023 werden die KV- und IST-Gehälter der Angestellten sowie die Gehaltsansätze, die Dienstzulagen und Verwendungszulagen der Beamteninnen und Beamten um 7,3% erhöht(erst da beginnt die wirkliche Nachhaltigkeit).
  • Die Lehrlingsgehälter steigen ab 01.01.2023 um 200 Euro brutto im Monat
  • Anpassung des Pauschales für die Rufbereitschaft (Werktags auf 39 Euro/So-und Feiertags auf 77 Euro)
  • Es gibt 2 Ernennungstermine (Juli 2023 und Jänner 2024) für Beamtinnen und Beamte

Es geht um Glaubwürdigkeit

Wer in den Betriebsversammlungen die Mitarbeiter*innen auf Streiks einschwört, „Rote Linien“ zieht, Nachhaltigkeit beschwört und einen gerechten Anteil am Gewinn fordert…. und sich dann nach 1 Woche mir nix dir nix von 10,6% auf 7,3% herunterhandeln lässt…. Der hat ein Problem!

Es geht um Gerechtigkeit

  • Ein genauer Blick auf die Zahlen und Vergleiche mit anderen Ergebnissen lohnt sich: Rechnet man die Inflation von der ausverhandelten Erhöhung ab, bleiben 0,41% – als Abgeltung für Produktivitätszuwachs und Anteil am Unternehmensgewinn!
  • Spätestens, wenn die Dividenden-Ausschüttungen für die A1-Aktionäre publik werden, können wir vergleichen… was wir dem Unternehmen wert sind.
  • Abgesehen davon, dass die aktuelle Inflation längst bei 10,6% liegt – haben sich beispielsweise die Heizkosten verdreifacht!! Da geht’s für viele Mittelstandsfamilien schon darum, wie sie überhaupt durchkommen!
  • Wir helfen den Arbeitgebern, damit sie sich die gestiegenen Lohnnebenkosten leisten können – und sie werden einen A1-Gewinn einfahren…. DAS sind die wesentlichen Vergleiche!

Ich hätte mir eine Einfache- Klare-Lösung mit 100% Nachhaltigkeit gewünscht, wie ich es in meinen Aussendungen auch gefordert habe. Und ich verlange mehr Offenheit und Information!

Eine klare, nachvollziehbare und vollständige Kommunikation ist schließlich Aufgabe aller Belegschaftsvertreter*innen!

Euer

Martin